Ohne Angst Jude sein: Einwanderer aus Osteuropa erzählen ihre Geschichte

Die Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion haben die Jüdische Gemeinde in Darmstadt verändert, wie der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in der Wilhelm-Glässing-Straße, Daniel Neumann, am Montagabend einleitend anmerkte. So habe sich die Mitgliederzahl seit 1990 versechsfacht und die Juden aus der ehemaligen Sowjetunion seien heutzutage wichtige Stützen des Gemeindelebens in Darmstadt.

Hinter diesen Zahlen verstecken sich aber vor allem bewegte Lebensgeschichten. Darauf machte der Moderator des Abends, der Journalist Rainer Hein, zu Beginn aufmerksam. Über die Idee zur Veranstaltung erzählte er: „Bei Treffen mit jüdischen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion habe ich aufgrund der bestehenden Sprachbarriere immer eine schmerzhafte Sprachlosigkeit gespürt. Diese wollen wir mit der Veranstaltung überwinden.“

Fania Becher und Mark Goldich, die beiden Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die an diesem Abend aus ihren Leben erzählen, konnten einiges berichten. Beide sprachen vor allem von ihrer Angst als Juden in der Sowjetunion.

Fania Becher kam 1991 aus Moldawien nach Darmstadt. Die Erinnerung an ihre Zeit in Moldawien fiel ihr sichtlich schwer, immer wieder kamen ihr die Tränen. Auch in Deutschland war nicht alles leicht, sagte sie. Sie und ihr Mann fanden aber Arbeit und ihre Söhne konnten studieren: „Heute geht es uns gut. Darmstadt ist mittlerweile unsere alte neue Heimat.“ Geholfen habe ihr die Offenheit und Wärme der jüdischen Gemeinde. In Darmstadt konnte sie zum ersten Mal ihren Glauben leben. „Beim ersten Besuch der Darmstädter Synagoge musste ich weinen“, erzählte die rüstige Frau.

Den ausführlichen Artikel über die Veranstaltung in der Jüdischen Gemeinde Darmstadt finden Sie auf den Seiten von Echo-Online sowie in unseremArchiv (PDF, 19KB).

Heute ist der

7. Av 5778 - 19. Juli 2018