Verbindungsstraße in Fulda erinnert an den Fuldaer Rabbiner Maharam Schiff

Richtig hieß er Me´ir ben Ja´akov ha Kohen Schiff – kurz auch Maharam Schiff: Jener bedeutende Fuldaer Rabbiner, Talmud Gelehrte und Kabbalist (mystische jüdische Tradition der Suche des Menschen nach der Gotteserfahrung), dem das Verbindungssträßchen zwischen Lindenstraße und Rabanusstraße neuerdings gewidmet ist.

Mit einer Gedenktafel wird an den Rabbiner gedacht. Diese enthüllten jetzt Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU), Moritz Neumann, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Hessen, Genoba-Vorstandssprecher Manfred Gerhard, Mitglieder der jüdischen Gemeinde, darunter Vorsitzender Roman Melamed und Bela Gusman Stadtbaurätin Cornelia Zuschke.Eindringlich waren die Worte, mit denen dem kurzen, aber für Fulda und den jüdischen Gemeinden weltweit nachhaltigen Lebens Maharam Schiffs gedacht wurde. 18 Jahre lang habe der Rabbiner das religiöse Leben der Fuldaer Juden geprägt und "nachwirkenden Klang in der jüdischen Welt" durch seine knappe und praxisorientierte Auslegung von Schriften und Gebeten hinterlassen, beschrieb Möller den aus Frankfurt 1622 gerade mal 17-jährig zugezogenen Gelehrten. Der Flecken, die Mauer, an der nun Schiff gedacht werde, sei Teil des zentralen Orts, der als Friedhof durch die Nationalsozialisten brutal zerstört und entehrt wurde. Mit der Namensgebung rücke dieser "Ort des Gedenkens wieder ins Leben hinein", freute sich Möller deshalb umso mehr, der insbesondere der jüdischen Gemeinde von Fulda, Landesvorsitzendem Moritz Neumann sowie dem Initiator der Namensgebung, Dr. Albert Post, und den Vertretern der Genossenschaftsbank für die hervorragende Zusammenarbeit dankte.

Eine interessante historische Parallele eröffnete Neumann seinen Zuhörern. Was für Fulda in der katholischen Welt gelte, eine Stadt mit besonderem Namen zu sein, das habe für Fulda bis 1933 auch in der jüdischen Welt gegolten. Über Jahrhunderte hätten hier namhafte Rabbiner gewirkt. Von dieser großen Geschichte und Tradition sei nicht viel geblieben – bis auf die Erinnerung an Maharam Schiff. Umso folgerichtiger ist es aus Neumanns Sicht nun, eine Straße nach einem solchen Mann zu benennen, die durch ihre unmittelbare Nähe zu einem jüdischen Friedhof gleichzeitig einen besonderen Bezug habe.

Den ausführlichen Artikel über das Ereignis in Fulda finden Sie auf den Seiten der Fuldaer Zeitung.

Lesen Sie hierzu auch einen Artikel der Osthessen News.

  

(Bildquelle: Fuldaerzeitung.de)

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10. Tevet 5779 - 18. Dezember 2018