Gemeinsames Zeichen für den Frieden

Juden, Katholiken, Protestanten, Mennoniten, Muslime und Buddhisten hielten in der Paulskirche eine gemeinsame Feier für den Frieden ab.

Der Wunsch, eine Passage aus den Texten auszuwählen, die sich zum Frieden bekennt, sei für einen Juden keine leichte Aufgabe, musste Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen, gestern vor den Vertretern verschiedener Religionen eingestehen. Das allerdings nicht etwa, weil es keine gebe. Im Gegenteil: „Das Judentum ist beseelt von Frieden.“ Zu jeder Mahlzeit, mit fast jedem Gebet bringen die Gläubigen den Wunsch nach Frieden zum Ausdruck, erklärte Neumann in seinem Beitrag zur „Feier für den Frieden“, zu der knapp 150 Vertreter und Anhänger verschiedener Religionen gestern in der Paulskirche zusammengekommen waren.

Gemeinsam wollten sie um Frieden für all die Menschen weltweit bitten, die von Krieg, Krankheit und Naturkatastrophen bedroht sind. „So lasset uns gemeinsam die Stimme erheben, auch wenn wir die verlesenen Texte nicht in jedem Wort teilen; auch wenn wir ein Gebet im Geiste nicht mitsprechen“, forderte Detlef Knoche, Leiter des Zentrums Ökumene der evangelischen Kirche, das die Friedensfeier organisiert hatte.

Es mag in der Summe ein leiser Ruf gewesen sein, der da aus Frankfurt in die Welt ging. „Doch allein die Tatsache, dass sich so viele Religionen auf etwas Gemeinsames geeinigt haben, ist für mich ein Zeichen der Hoffnung“, sagt Gisa Luu, die andere Verpflichtungen vernachlässigt hat, um die einstündige Friedensfeier zu erleben.

Die Redner wiesen allesamt darauf hin, dass zu ihrem Glauben eine Fülle von Texten und Gebeten gehöre, die erklärten, dass ihr Gott „Pläne des Friedens, nicht der Gewalt“ habe, wie es der Katholik und Stadtdekan Johannes zu Eltz formulierte. Er verlas die nach wie vor aktuelle Ansprache des damaligen Papstes Johannes Paul II., mit der dieser 2003 gegen den ersten Irakkrieg protestiert hatte, und schloss seinen Beitrag mit einem Wunsch, der aus einem Zitat Golda Meirs abgeleitet war: „Mögen die Menschen überall auf der Welt ihre Kinder mehr lieben, als sie ihre Feinde hassen."

Den ausführlichen Artikel über die Feier für den Frieden in der Paulskirche finden Sie auf den Seiten der Frankfurter Neuen Presse.

  

(Bildquelle: FNP.de)

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10. Av 5778 - 22. Juli 2018