Das Gute im Menschen sehen

91 Jahre alt ist Monik Mlynarski – und er ist noch immer bei allen Bürostunden und Gottesdiensten in der Synagoge in Bad Nauheim anwesend. Als Jugendlicher musste er in Zwangsarbeitslagern und KZ um sein Leben kämpfen.

Sein Leben steht gleichwohl im Zeichen der Versöhnung. Nun wird der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Wetterau Ehrenbürger Bad Nauheims.

Bevor Monik Mlynarski im Jahr 1985 den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde übernahm, war er kein Synagogengänger. „Nach dem Krieg hatte ich etwas Probleme mit der Religion, wenn man sieht, wie viele Kinder und Unschuldige ermordet wurden. Aber je älter man wird, desto religiöser wird man.“ Vorsitzender habe er im Grunde nicht werden wollen. Er hielt die Strukturen in der Gemeinde aber für veraltet, wollte eine neue Führung. Zu seiner Überraschung wurde er gewählt.

Mlynarski kam in Polen zur Welt, erlebte als Jugendlicher das Grauen. Fast fünf Jahre kämpfte er in Zwangsarbeitslagern und KZ um sein Leben.

Deutsche halfen ihm

„Diese Dinge versuche ich zu verdrängen, es gelingt mir nicht immer. Nicht verdrängen kann ich jedoch die Ermordung meiner Familie in den KZ. Das bleibt eine offene Wunde.“ Im April 1945 wurde Mlynarski in Buchenwald befreit. Er blieb in Deutschland, unter anderem, weil er seine Frau kennenlernte, die deutsche Christin war. Weiterer wichtiger Grund war, dass es auch Deutsche gab, die ihm in den Lagern geholfen hatten.

Den Humor hat Mlynarski trotz allem nie verloren. „Führe ich eine Schulklasse durch die Synagoge, kann es sein, dass wir über den Holocaust sprechen. Die Schüler stellen Fragen dazu.“ Am Ende solcher Gespräche erzähle er gern einen Witz, um die Gesellschaft wieder aufzuheitern.

Den ausführlichen Artikel über Monik Mlynarski finden Sie auf den Seiten der Frankfurter Neuen Presse.

  

(Bildquelle: FNP.de)

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11. Av 5778 - 23. Juli 2018