Von Maloche, Massel und e bissle glick – Majer Szanckower spricht in Wiesbaden über Jiddisch

Die einen „malochen“, die anderen haben „Massel“ und brauchen das nicht: Ob arbeiten oder Glück haben, beide Wörter stammen aus dem Jiddischen. Wir kennen und verwenden viele Begriffe, die aus der tausend Jahre alten Sprache entlehnt sind, die von den aschkenasischen Juden in weiten Teilen Europas gesprochen und geschrieben wurde.

„Die Verbreitung über die halbe Welt wird das Jiddische wohl nie mehr erreichen“, meint Majer Szanckower. Er dürfte einer der Letzten sein, die das Jiddische noch beherrschen.

Noch 700 000 Menschen sprechen diese Sprache

Szanckower, Verwalter der jüdischen Friedhöfe in Frankfurt, eröffnete in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden mit seiner Lektion in Jiddisch das Herbst-Trimester des „Jüdischen Lehrhauses“. Er schätzt, dass noch etwa sechs Millionen Menschen in aller Welt das Jiddische verstehen. „Gesprochen wird diese Sprache noch von 700 000, teils älteren Erdenbürgern“, meint Szanckower. Für die Zukunft ist er skeptisch: „Um eine Sprache aktiv zu beleben und zu verbreiten bedarf es vieler Generationen.“ Er sieht vielerorts eine „kleine Renaissance“ – Jiddisch-Kurse an Hochschulen, eine Zeitungslandschaft, in der Blätter zu haben sind, die wahlweise das hebräische Alphabet oder lateinische Buchstaben verwenden: „Aber es wird bald keinen mehr geben, der die von der ‚jiddischen Mame’ gelernte Sprache benutzt.“

Den ausführlichen Artikel über die Veranstaltung in Wiesbaden finden Sie auf den Seiten des Wiesbadener Kurier.

  

(Bildquelle: Wiesbadener-Kurier.de)

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10. Av 5778 - 22. Juli 2018