Juden unter dem Halbmond: die Damaskusaffäre

Zeitraum 13.06.2021
Veranstaltungsort Online

Am 5. Februar 1840 verschwanden ein Mönch und sein muslimischer Bediensteter in Damaskus. Die Christen machten die Juden für deren Verschwinden verantwortlich und bezichtigten sie des Mordes. Es war eines der ersten Male, dass die aus dem christlichen Mittelalter berüchtigte Ritualmordbeschuldigung in einem muslimischen Land geäußert wurde. „Während wir lachen und vergessen, fängt man an, im Morgenlande sich sehr betrübsam des alten Aberglaubens zu erinnern“, kommentierte Heinrich Heine die sogenannte „Damaskusaffäre“. Medien in aller Welt verfolgten das Ereignis und seine politischen Auswirkungen. Damit traten die „Juden unter dem Halbmond“ erstmals wirklich auch in das Bewusstsein der deutschen jüdischen Gemeinden des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Oliver Glatz, Judaist und Islamwissen schaftler und derzeit Mitarbeiter am Jüdischen Museum Berlin, werden wir unter anderem erfahren, wie die dadurch losgetretene Welle der Solidarität die jüdischen Gemeinschaften in den muslimischen Ländern von Grund auf verändern sollte.

Sonntag, 13. Juni,
11 – 15 Uhr (mit einer einstündigen Pause)

Kostenfrei | Anmeldung erforderlich

Heute ist der

3. Tammuz 5781 - 13. Juni 2021