14.12.2023

Handeln statt Schweigen - Kein Platz für Hass gegen Juden in Fulda

Fulda

Zeichen der Solidarität – anlässlich des 82. Jahrestages der Deportation von über 130 Juden von Fulda nach Riga fand am Freitagvormittag eine Kundgebung am Bahnhofsvorplatz statt.

Anja Listmann, Beauftragte für jüdisches Leben in Fulda, und weitere Redner sprachen sich gegen Hass und Diskriminierung in Fulda und auf der ganzen Welt aus. Zahlreiche Menschen fanden sich am Ort des Verbrechens zusammen und gedachten die Opfer von Gewalt und Rassismus.

„Warum schweigen so viele bei Hass und Gewalt gegen Juden?“, fragte Listmann und rief die Menschen aus Fulda dazu auf, eine klare Position gegen Diskriminierung einzunehmen. Um an das Leid der jüdischen Bevölkerung zu erinnern, erzählte sie die Lebensgeschichte der jungen Jüdin Eva Lehmann, welche mit 15 Jahren Opfer der systematischen Judenvernichtung während des Nationalsozialismus wurde. Auch Daniel Neumann, Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußerte sich zu den Verbrechen der Vergangenheit und zeigte sich besorgt für die Zukunft. „Wie sollen sich Juden sicher und heimisch in Deutschland fühlen, wenn die Angst vor einer Wiederholung der Geschichte immer präsent ist?“, fragte Neumann. Die Aufgabe der Menschen sei deshalb das Bringen von Licht in der Dunkelheit durch das Erheben der Stimme gegen Ungerechtigkeiten.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand betonte die Wichtigkeit ein Zeichen für Solidarität zu setzen. Er erinnerte an die menschenverachtenden Schandtaten des Holocausts und die barbarischen Verbrechen der Hamas. „Wir müssen die Lehren der Geschichte beachten und uns für Frieden und Menschenrechte für alle einsetzen“, so Brand. Auch die katholische und evangelische Kirche äußerten sich am 82. Jahrestag der Deportation zu dem Antisemitismus aus der Vergangenheit und der heutigen Zeit. So erklärte Stadtpfarrer Stefan Buß, dass ohne das Judentum das Christentum nicht denkbar wäre. „Jesus war schließlich auch Jude und hat seinen Glauben ausgelebt“, so Buß. Die Pfarrerin der Luther-Kirche, Anke Heil, betonte die Wichtigkeit aufeinander zuzugehen und sich füreinander stark zu machen.

Ijaz Ahmed, Ahmadiyya Gemeinde Muslime Fulda, bezog sich in seine Ansprache auf die Schriften des Koran und verdeutlichte, dass alle Menschen trotz Unterschiede gleich sind. „Wir sollten einander respektieren und akzeptieren, egal welche Religion“, berichtete Ahmed. Es sei besonders wichtig, die hasserfüllte Gewaltspirale zu beenden. Das Motto „Handeln statt Schweigen“ griff Elias Stankovic von der Schülervertretung Fulda nochmal auf und verdeutlichte die Wichtigkeit aktiv gegen Hass in Schulen zu agieren. „Die jungen Menschen an Schulen sind unsere Zukunft“, erklärte Stankovic. Dort müsse man sich gezielt mit Bildung und Projekten für eine Gesellschaft ohne Hass und Diskriminierung einsetzen.

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