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27.01.2026

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

LVJGH

Daniel Neumann (Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen) und Boris Rhein (Hessischer Ministerpräsident)
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Daniel Neumann (Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen) und Boris Rhein (Hessischer Ministerpräsident)
Daniel Neumann (Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen) und Boris Rhein (Hessischer Ministerpräsident)

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein mit dem Vorsitzendne des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, im Rahmen der Gedenkveranstaltung am 27.01.2026 im Hessischen Landtag.


Bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Hessischen Landtag hat Parlamentspräsidentin Astrid Wallmann die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Stärkung der Demokratie herausgestellt. „Der Aufruf ‚Vergesst uns nicht‘ ist uns Mahnung und Auftrag zugleich“, sagte sie bei dem Gedenken, das der Hessische Landtag gemeinsam mit Ministerpräsident Boris Rhein sowie dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen, dem Hessischen Städtetag, dem Hessischen Städte- und Gemeindebund und dem Hessischen Landkreistag ausrichtete.

„Historische Verantwortung zu übernehmen, bedeutet, hier und heute entschieden gegen Antisemitismus und alle Formen des Extremismus einzuschreiten und sich für unsere freiheitlichen demokratischen Werte einzusetzen. Es ist diese Art der Verantwortungsübernahme, die ich mir für die Zukunft unseres Landes wünsche.“

Mit dem Aufruf „Vergesst uns nicht“ gedachte die Landtagspräsidentin zugleich – stellvertretend für alle Opfer – einer unbekannten jüdischen Familie, die diese Botschaft gemeinsam mit ihren im Nationalen Holocaust-Museum in Amsterdam ausgestellten Porträts hinterlassen hatte. Prof. Dr. Emile Schrijver, Generaldirektor des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam und damit auch verantwortlich für das Holocaust-Museum, hob in seiner Gedenkrede die Notwendigkeit einer sachlichen und wissenschaftlich fundierten öffentlichen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit hervor: „Die Bewahrung der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust ist heute von unverminderter Aktualität. Wir leben in einer Zeit, in der der Holocaust für viele nicht länger als singulärer Referenzpunkt für das Ausmaß von Gewalt, Ausgrenzung und Vernichtung gilt, zu dem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit führen können. Darüber hinaus erleben wir eine Gegenwart, in der der Holocaust teilweise geleugnet oder relativiert wird.“ Man sehe zunehmend, dass Kritik an der Politik des Staates Israel auf Juden in der Diaspora projiziert werde, so Schrijver.

Ministerpräsident Boris Rhein erinnerte zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus daran, wie wichtig Menschlichkeit und Empathie sind: „Der 27. Januar, die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, führt uns eindringlich den tiefsten moralischen Abgrund der Menschheit vor Augen. Dieser Tag mahnt uns und zeigt, wohin Gleichgültigkeit und Wegsehen, wohin Hass und Ausgrenzung und das schrittweise Aushöhlen von Menschlichkeit, Recht und Demokratie führen können.“